NepalNepal – auf einer kurzen Bildungsreise für Sie entdeckt

1. Tag 26.02.12               Abflug nach Nepal, Transit in Muscat (Oman)

2. Tag 27.02.12               Namaste Kathmandu

Um 6 Uhr morgens geht die Sonne über dem Himalaya-Gebirge auf. Ich habe das große Glück, einen Fensterplatz auf der linken Seite des Fliegers belegen zu können. So bleibt nicht nur der Blick auf den Ganges sondern auch der auf die schneebedeckten 8000er ein schöner und unvergesslicher Willkommensgruß. Fasziniert von der enormen Höhe und der riesigen Berge, die so viel Ruhe ausstrahlen, landen wir in Kathmandu.

Der Transfer vom Flughafen ins Hotel ist schon ein Erlebnis. Das Gepäck auf dem Dach des Busses wird fest verschnürt. Das ist auch wichtig, denn unser Sprinter teilt sich eine 2 m breite Straße mit gefühlten 3 weiteren Bussen, 5 Motorrädern, Fußgängern und natürlich heiligen Kühen. Ich habe in der Stadt nur 1mal Ampeln gesehen. Ansonsten gilt das Prinzip: „Wer am lautesten hupt, hat Vorfahrt“.  Wer jetzt glaubt, es sei gefährlich, dem sei versichert, ich habe keinen Unfall gesehen, denn Rücksicht steckt den Menschen im Blut.

Namaste Kathmandu Namaste Kathmandu Namaste Kathmandu

Unser Hotel ist das „Shanker“, ein ehemaliger Königspalast, der 1964 zum Hotel umgebaut wurde.

In so einem Palast wird einem erstmals wieder bewusst, wie gut es uns doch geht. Denn neben dem Hotel leben sehr arme Menschen. Ganz kurzzeitig steckt bei mir ein Kloß im Hals.

Nachdem wir uns kurz frisch gemacht haben, brechen wir zu Fuß auf nach Thamel, wo Schreine, Stupas und Pagoden auf uns warten. Das bunte, laute, hupende Treiben nimmt uns gleich in den Bann.

So erhalten wir erste Einblicke in den Hinduismus und den Buddhismus. Bay Krishna – unser Reiseleiter – erklärt uns sehr verständlich die Bräuche, Riten und Glaubensrichtungen bzw. Weltanschauungen. Das ist doch sehr spannend und so lauschen wir ganz wissbegierig. Die Gerüche, Geräusche und bunten Farben begleiten uns während der gesamten Zeit. Mein Fazit: Kathmandu ist ein riesiges, liebevolles Chaos. Bunte Geschäfte, Souvenirläden, Postkarten, Gemüse, Eier in der Sonne, Fahrradrikschas, all diese Eindrücke faszinieren und sind so neu.

Namaste Kathmandu Namaste Kathmandu Namaste Kathmandu

Auf der Dachterrasse legen wir eine schöpferische Pause ein. Wir beobachten das bunte Treiben über den Stromkabelsalat hinweg auf der Straße. Das Hupen scheint nicht aufzuhören, selbst in den engsten Gassen.

Am Nachmittag haben wir Zeit, auf eigene Faust die Stadt zu erkunden. Wir mischen uns unter die Einheimischen und begegnen vielen aufgeschlossenen Menschen. Man sieht  viele tibetische, indische, chinesische Einflüsse. Die Gesichter faszinieren mich. Alte Frauen, denen man Ihr hartes Leben ansieht, sitzen andächtig auf den Steinstufen und träumen. Kinder blicken hoffnungsvoll mit wachen Augen in die Zukunft.

In einer Seitengasse treffen wir auf eine bunt angemalte Mauer: eine Montessorischule…    Das ist ja spannend. Ich komme mit einer der Lehrerinnen hinter dem Tor ins Gespräch und schon werden wir eingeladen, die Schule zu besichtigen. Sie zeigt uns sichtlich stolz die Räumlichkeiten und wir staunen nicht schlecht.

Namaste Kathmandu Namaste Kathmandu Namaste Kathmandu

Abends kehren wir in ein Restaurant ein, das asiatische und interkontinentale Spezialitäten kocht. Während wir Frauen uns mutig in die „medium spicy“ – Abteilung stürzen, bestellen doch einige Männer tatsächlich Pizza! Das sorgt auch ohne Alkohol für einen Lachanfall und schon sind die ersten Eise gebrochen.  Das kann ja noch was werden….

3. Tag 28.02.12               Die Schätze des Kathmandu – Tals

Einige aus unserer Gruppe sind um 05:00 Uhr aufgestanden, denn sie wollen an einem Rundflug über den Mount Everest teilnehmen. Da sie zu spät von Kathmandu abgeflogen sind, verschiebt sich die  gesamte Flugzeit nach hinten und somit auch unser Tagesprogramm. So warten wir gemütlich am Pool und genießen den Sonnenschein.

Die Schätze des Kathmandu – Tals Die Schätze des Kathmandu – Tals Die Schätze des Kathmandu – Tals

Alle sind vollzählig und wir starten nach Patan, eine der ehemaligen Königsstädte im Kathmandu – Tal. Den Durbar Sqare in der vorwiegend buddhistischen Stadt Patan säumen dutzende Tempel, einer schöner als der andere und die vielen Menschen!! Indisch, Chinesisch, Nepalesisch, Touristen, Kinder, alte Menschen, arme Menschen, Händler, Bettler, Schulklassen, rote Saris, traditionelle nepalesische Kleidung, moderne Jeans, Schuluniformen, was für eine Mischung! Es ist toll hier!!! Der Fotoapparat fotografiert wie von selbst und fesselt die Eindrücke digital. Es sind angenehme 27 Grad. Bay Krishna beweist sich als Reiseleiter, in dem er uns die Geschichte des Landes näher bringt. Es scheint ihm keine Jahreszahl zu fehlen, er erzählt und erzählt. Sein Wissen ist unerschöpflich. So viele Götter, die mal durch das eine, mal durch das andere Fenster geflogen sind, die sich verwandelt haben.  Nun wissen wir auch, wie der Gott Ganesh zu seinem Elefantenkopf gekommen ist.

In einer Nebenstraße erblicken wir schon das Tor zum Goldenen Tempel. Er wird von 2 goldenen Löwen bewacht und ist sehr beeindruckend. Das Betreten mit Lederschuhen ist nicht erwünscht. Um die Gebetsmühlen zu drehen, wird die rechte Hand benutzt und alles geschieht im Uhrzeigersinn.

Eine ganze Menge, auf die geachtet werden muss.

Die Schätze des Kathmandu – Tals Die Schätze des Kathmandu – Tals Die Schätze des Kathmandu – Tals

Danach fahren wir zu den Verbrennungsstätten und dem großen Heiligtum des Landes: Pashupatinath. Dort finden hinduistische Bestattungen statt. Für uns doch eine sehr befremdliche Situation, da eine öffentliche Verbrennung so gar nicht mit unseren europäischen Vorstellungen konform geht. Mit gemischten Gefühlen nähern wir uns den Stätten und stellen zu unserer Erleichterung fest, dass die Leichen mit orangefarbenen Tüchern bedeckt sind und mit Blumen geschmückt. Der direkt angrenzende „heilige Fluss“ wird sowohl von den heiligen Kühen benutzt als auch von den Frauen, die ihre Wäsche dort waschen. Zusätzlich dient er als Beseitigungsplatz für die Verbrennungsreste, er trägt diese sozusagen auf die „andere Seite“.

Die Schätze des Kathmandu – Tals Die Schätze des Kathmandu – TalsDie Schätze des Kathmandu – Tals

Am Nachmittag erwartet und Bodnath, der größte Stupa des Landes. Die Augen des Stupas blicken in alle Himmelsrichtungen und die Gebetsfahnen flattern im Wind, sie tragen die Mantra in alle Welt. Hier leben sehr viele Tibeter. Der Strom der Menschenmassen fließt im Uhrzeigersinn um den Stupa, die Gebetsmühlen drehen sich.  Menschen fallen auf die Knie, liegen anschließend komplett auf der Erde, stehen auf und wiederholen dies immer im gleichen Rhythmus. In einem Dachcafé haben wir kurz Zeit, die gewonnenen Eindrücke ansatzweise zu verarbeiten.

Die Schätze des Kathmandu – Tals  Die Schätze des Kathmandu – Tals

4. Tag 29.02.12               Bhaktapur und die Berge

Bhaktapur erscheint mir als die schönste aller nepalesischen Städte. Sie ist verkehrsberuhigt, sodass wir ungestört zwischen den schön restaurierten Tempeln schlendern können. Das Wahrzeichen ist eine 5-stöckige Pagode, die die Altstadt dominiert. Nur wenige Schritte entfernt liegt der Töpferplatz. Ein traumhafter Anblick angesichts so viel Handarbeit. Auch hier begegnen uns die verschiedensten Menschen. Ein Geschäft zieht uns in seinen Bann. Es gibt Mandalas, die Mönche in Handarbeit schaffen, um sich in Geduld zu üben. So eine Entstehung eines Mandalas kann bis zu drei Monaten dauern. Alles ohne Lineal und Zirkel. Wirklich Respekt einflößend!

Die Schätze des Kathmandu – Tals Die Schätze des Kathmandu – Tals Die Schätze des Kathmandu – Tals

Auf der Terrasse des Café du Temple legen wir eine Pause ein und genießen das bunte Treiben von oben.

Weiter geht es! Nach einer kurzen Fahrt erreichen wir den ältesten Tempel des Landes – Changu Narajan. Mitten im Tempel selbst fasziniert mich die Entstehung einer Tischtennisplatte. Die zeigt sich wie folgt:

Die Schätze des Kathmandu – Tals Die Schätze des Kathmandu – Tals Die Schätze des Kathmandu – Tals

Ja, so geht es also auch! Nun zum Tempel: Bay Krishna ist wieder in seinem Element und erzählt uns die Geschichte, wie der pfiffige Gott Shiwa in Gestalt eines Menschen seinen Feind besiegt hat. In Gedanken folgen wir den Erzählungen und landen in alten, mystischen Zeiten.

Anschließend wandern wir im Hier und Jetzt durch die Natur. Bunte Häuschen am Wegesrand wechseln sich mit Terrassenfeldern ab. Es folgt ein kleines Dorf und plötzlich überholt uns ein fröhlich hüpfendes Mädchen in einfachen Schuhen. Sie kommt von der Schule, begleitet uns lachend und hüpft nach Hause. In diesem Moment bemerke ich, dass wir in den Augen des Kindes vollkommen „overdressed“ in unserer Wanderkleidung erscheinen müssen. Es begegnen uns Frauen, die haben einen Korb auf dem Rücken voll mit Ziegelsteinen. Getragen wird dieser mittels eines Bandes, welches vom Korb um die Stirn wieder zum Korb führt.  Was für eine Kraft im Nacken! Die Frauen steigen mit diesen Lasten wie Gazellen einen steilen Abhang nach oben. Das Schuhwerk entspricht nicht annähernd dem unseren. Bewundernde Gefühle machen sich breit, die mit Mitleid vermischt sind.

Am Abend erwartet uns ein Hotel in Nagarkot, welches einen traumhaften Ausblick verspricht.

5. Tag 01.03.12               Zwischen den Reisfeldern

Die Sonnenaufgänge in Nagarkot sind schon legendär! Bay Krishna ist als Reiseleiter nicht mehr wegzudenken und weckt uns persönlich am Telefon mit den Worten: Ihr könnt aufstehen, die Berge werden sich zeigen. Na, wenn das keine hervorragenden Nachrichten früh um 06:00 Uhr sind! Die Vorfreude wandelt sich um in Staunen und steigert sich danach in Ehrfurcht! Die 8000er sind so nah! Wie gewaltig!

Die Schätze des Kathmandu – Tals Die Schätze des Kathmandu – Tals Die Schätze des Kathmandu – Tals

Das Frühstück auf der Terrasse mit Blick auf den Himalaya schmeckt gleich doppelt so gut und könnte meinetwegen den ganzen Tag dauern.

Nach einer halben Stunde Busfahrt stehen wir auf über 2000 Meter Höhe und einem Aussichtspunkt, von dem man die Berge noch viel besser sehen kann. Das Gebirge erstreckt sich über 800 km und wir sehen ganz weit weg den höchsten Gipfel dieser Welt. Es präsentiert sich der Mount Everest!

Keine Worte…

Das Kloster Namo Buddha gibt sich alle Mühe, in prächtigem Licht zu erscheinen, doch die Erinnerung an die Skyline des Himalaya lässt mich nicht los. Nach einer kleinen Stärkung und einer kurzen Besichtigung des Klosters geht es auf Wanderschuhen durch die malerische Landschaft in Richtung Hotel. Auf schmalen Pfaden geht es  vorbei an einem Junggesellinnenabschied in roten Saris mitten auf der Wiese, dann bergab, dann über eine Hängebrücke und auf der anderen Seite wieder bergauf. Wie gut, dass es trocken ist. Durch Felder wandern wir zu einem Dorf. Dort spielen ein paar Jugendliche Volleyball. Die Männer aus der Gruppe lassen es sich nicht nehmen, gegen die barfüßigen Jungs zu spielen. Trotz aller Energie, die unsere Männer ins Spiel einfließen lassen, samt hingebungsvollem Hinwerfen, verlieren sie haushoch.

Die Schätze des Kathmandu – Tals Die Schätze des Kathmandu – Tals Die Schätze des Kathmandu – Tals

Währenddessen erfreuen sich ein paar kleine Mädchen an der Existenz von Ferngläsern. Neugierig erkunden sie so ihre Umgebung, die nun viel greifbarer erscheint. Es macht Spaß, dem Treiben zuzusehen. Das letzte Stück zum Hotel ist auch nur zu Fuß erreichbar. Die Angestellten des Hotels tragen unser schweres Gepäck bergauf. Es begrüßt uns ein Empfangskomitee mit Blumenketten und roter Farbe.

Der Abend wird mit Musik und Tänzen gekrönt, die von einer Gruppe Einheimischer dargeboten wird. Natürlich tanzen wir auch mit und erfreuen uns bester Laune. Das Lagerfeuer ist sehr willkommen, denn abends wird es erstaunlich schnell kalt.

6. Tag 02.03.12               Zurück nach Kathmandu

Am Morgen ist das Aufstehen wieder sehr einfach. Das Wetter zeigt sich von seiner besten Seite und die Landschaft ringsum ist traumhaft schön. Die Struktur des Tages wird aufgebrochen, nachdem einem Teilnehmer der Gruppe ein neuer Pass besorgt werden muss.

Die Schätze des Kathmandu – Tals Die Schätze des Kathmandu – Tals Die Schätze des Kathmandu – Tals

Nach einer kurzen Wanderung und neuen Erkenntnissen, was die nepalesische Bürokratie an einem Freitagmittag betrifft, erreichen wir wieder Kathmandu. Dort wartet der älteste Stupa auf uns. Doch zuerst machen wir noch einen kurzen Abstecher zur Deutschen Botschaft. In Thamel besuchen wir ein Restaurant mit ausgezeichneter Küche. 

Am Stupa angekommen, bietet sich uns ein atemberaubender Blick über die gesamte Stadt. Der Großraum Kathmandu mit seinen nun fast 1,5 Millionen geschätzten Einwohnern befindet sich in einem Talkessel. Ringsum sind die Hügel zu sehen.

Am Abend nehmen wir das Essen in einem nepalesischen Restaurant ein, das Platz genug hat für touristische Gruppen.  Die traditionellen Künstler haben sich prächtig kostümiert und tanzen verschiedene Tänze. Die Speisen sind vorzüglich und es mundet köstlich. Am Pool lassen wir den Tag ausklingen.

7. Tag 03.03.12               Rückflug nach Deutschland

Da wir nicht zu Erholung in Nepal sind, sondern für die Arbeit, lassen wir es uns nicht nehmen, noch 2  Hotels in Kathmandu zu besichtigen, die Wikinger im Programm hat. Wieder im Hotel angekommen, erwartet mich Bay Krishna, der meinem Wunsch Folge leistet und mir eine Nepalkarte in nepalesischer Schrift besorgt hat. Ich bin ganz gerührt, sie ist schon ganz alt und sicher selten. So vergeht die Zeit, bis wir uns vom Hotel in Richtung Flughafen verabschieden. Ein Zwischenstopp birgt eine weitere Überraschung. Der Agenturchef hat es sich nicht nehmen lassen, uns kurz vor Abflug noch zu sich einzuladen. Seine Frau hat ausgezeichnet gekocht und so genießen wir die herzliche Gastfreundschaft. Wehmütig verlassen wir die Straßen Kathmandus. Wieder sitze ich absolut richtig im Flieger und die Berge verabschieden sich in voller Pracht. Auf ein Wiedersehen in Nepal!

Die Schätze des Kathmandu – Tals Die Schätze des Kathmandu – Tals

Gereist mit Reiseveranstalter: Wikinger Reisen
Teilnehmerin aus dem Reisebüro: Anja Matar